Heute ist es endlich soweit, mein kleiner Freund hat einen Partner bekommen… ich habe heute meinen Dexcom CGM 5 in meiner diabetologischen Schwerpunktpraxis erhalten und zusammen mit meiner Diabetesberaterin angelegt und gestartet.

Was macht das CGM-System?
Hiermit ist es möglich kontinuierlich den Blutzucker im Gewebe zu kontrollieren. (CGM = Continuous Glucose Monitoring).
Was bedeutet das für mich als Diabetiker?
Endlich haben die ungewissen Zeiten, die sich u.a. in der Nacht abspielen, wenn man morgens schweißgebadet aufwacht und sich über eine enorme Gegenregulation und einem hohen Nüchternblutzucker wundert, ein Ende. Endlich habe ich eine Chance, zu sehen, was während meiner Sporteinheiten mit meinem Blutzucker passiert und die Möglichkeit rechtzeitig reagieren zu können und nicht nach Vorgabe 5-6 Mal Messungen am Tag oder/und Nacht.
Endlich kann ich beruhigt meine Trainingseinheiten im Herbst und Winter durchführen ohne Angst zu haben, bei einer Unterzuckerung vom Bike zu fallen oder zu stürzen, weil eine Hypo vielleicht nicht oder nicht mehr rechtzeitig bemerkt wird… denn Schwitzen beim Sport und bei Hypos liegen manchmal dicht beieinander. Insbesondere beim Biken in der kälteren Jahreszeit mit voller Montur und Handschuhe ist ein Blutzucker messen, selbst an alternativen Teststellen kaum oder nur schwer möglich.
Meinen Blutzucker lerne ich zurzeit kpl. neu kennen und ich bin fast abhängig geworden von der neuen Freiheit, die mir das Dexcom CGM 5 anbietet. Endlich kann ich mich in Meetings während meiner Arbeit freier bewegen oder mich sicherer auf Dienstreisen oder Veranstaltungen begeben ohne Angst zu haben in eine unbemerkte Über- oder Unterzuckerung zu gelangen. Jetzt habe ich immer einen Überblick und bekomme so die Möglichkeit meine Lebensführung und natürlich auch meinen Langzeitzucker deutlich zu verbessern.
Ganz wichtig und darauf möchte ich noch einmal ausdrücklich hinweisen: Ich bin kein Arzt oder Diabetologe, jeder ist für seine Schritte und Entscheidungen, um mit seinem Diabetes zu leben selbst verantwortlich und benötigt auf jeden Fall einen Arzt, einen Diabetologen oder besser noch eine diabetologische Schwerpunktpraxis an seiner Seite! Es gibt so viele Facetten des Diabetes und natürlich müssen auch ganzheitlich alle Vitalwerte und Parameter mitberücksichtigt werden.
Ich bin dankbar dafür, während meiner Jahre mit Diabetes immer unterstützende Diabetesexperten an der Seite gehabt zu haben, die bei so manchem Problem, besonders wenn es das erste Mal auftritt, helfen konnten.
Gerne gebe ich aber an dieser Stelle einen Einblick in das CGM-System und meine ersten persönlichen Erfahrungen:
Das CGM5 System von Dexcom besteht aus einem Sensor, den man für 7 Tage auf die Haut klebt und deren Sonde im Unterhautfettgewebe den Gewebezucker alle 5 Minuten misst. Auf dem Sensor sitzt ein Sender, der die Daten an einen Empfänger übermittelt und auf diesem kann man den Verlauf des Blutzuckers ablesen und bekommt eine Info mit Pfeilen, wie sich der Gewebezucker gerade verändert.
Hier ein Bild mit dem Dexcom Sensor und Sender und einem Pod der OmniPod Patchpumpe.

Die Trendpfeile sind sehr hilfreich, wenn ich z.B. vor meinem Trainingseinheiten sehe, dass der Blutzucker mit Trend deutlich nach unten geht, kann ich zusätzliche BEs nutzen und schon mal ein paar mehr mit einpacken, sonst drifte ich im Training ggf. zu schnell in die rote Zone… Wenn man diese erreicht wird man mit Vibration und anschließend auch mit Signal gewarnt, dass man reagieren kann. Genauso kann man die obere Blutzuckergrenze einstellen, ab der man gewarnt werden will. Das ist genauso hilfreich, wenn man bei einer BE Bestimmung einer Mahlzeit einmal daneben gelegen hat.

Als Empfänger kann man auch ein Smartphone verwenden, das zeitgleich über Bluetooth die Werte empfängt.
Die gesamten Daten (Blutzuckerwerte, alle manuell eingegebenen Ereigniswerte wie Mahlzeiten, Insulin, Sport etc.) kann man über sein Smartphone mit WLAN oder über den Empfänger mit USB in seine Auswertungssoftware hochladen. Anschließend sind die Daten Online in seinem gesicherten Bereich verfügbar und können mit den verschiedensten Möglichkeiten ausgewertet werden. Das ist wirklich sehr umfangreich, aber einfach zu handeln. Man kann z.B. Einstellungszeiträume vergleichen, bei der Einstellung der Pumpe ultra Klasse. Wenn man möchte, kann man die Daten auch für seine Schwerpunktpraxis zugänglich machen, damit diese Einstellungen und Werte kontrollieren und ggf. anpassen können.
Nachdem der erste Sensor dem Ende entgegenging und keine Messwerte mehr anzeigte, war das ganz schön komisch. Wie schnell man sich an so ein tolles System und so einen Komfort gewöhnen kann. Es ist wirklich ein Komfort, obwohl eigentlich ein Witz, manche freuen sich und empfinden Komfort, wenn Sie ein neues großes Auto fahren können oder sich teuren Schmuck oder Uhren gönnen… ich empfinde Komfort, wenn ich besser leben kann! Eigentlich sollte so eine Versorgung in einer hochtechnisierten Gesellschaft Standard und nicht Komfort sein!
Na vielleicht tut sich da noch etwas. Der Weg hin zu meinem CGM-System war auch nicht so einfach, wie man sich bestimmt vorstellen kann.
Gesundheitsprävention und -unterstützung werden bei den Kassen leider häufiger für Werbemagazine und -botschaften verwendet, als in der wirklichen Patientenversorgung eingesetzt. Hier merkt man schnell, für präventive Maßnahmen gibt es keine Abrechnungsziffer aber die Versuche der Beseitigung von Folgeschäden sind Kassenleistungen, obwohl diese um ein vielfaches teurer und nicht mehr so effektiv sein können.
Aber positiv denken, ich hoffe, dass alle Leser, die auch ähnlich bei ihrer Kasse um eine Bewilligung kämpfen, Geduld haben und anschließend Erfolg haben.
Fortsetzung folgt…

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